Der Storchenbrunnen und Schliekersbrunnen
Die Ausflugsgaststätte und der Brunnen befinden sich auf historischem Grund und Boden. Schon seit 1688 war das Gelände nördlich der heutigen Holtenser Straße als Schießplatz für die Hamelner Bürgerwehr und die Schützenkompanien der Stadt ausgewiesen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Der Schützenstand der Hamelner Schützenvereine - der Schützengilde und des Deutschen Schützenvereins - sowie das Kreisleistungszentrum der Schützen befinden sich immer noch auf dem Gelände.



(Quelle Geschichte der Stadt Hameln
bearbeitet von Fr. Sprenger um 1800 - Stadtarchiv Hameln)
In Hamelner Familien wurde von Generation zu Generation die Sage des Storchenbrunnen überliefert: Ein Storch aus der Tiefe des Brunnens sollte die Hamelner Kinder an das Licht der Welt bringen. Diese märchenhafte Darstellung verschaffte dem Brunnen schon im ausgehenden 17.Jahrhundert seinen heutigen Namen. Eine im Mauerwerk befestigte Puppe deutet noch heute auf die Sage. Zu ihr gehörte es auch, dass eine Tafel am Brunnen Kinder aufforderte, zum Wirt der Gaststätte "Schliekers Brunnen" zu laufen, Zuckerstücke zu holen und diese in die Tiefe des Brunnen zu werfen. Der Sage nach, bringt der Storch dann so viele Kinder wie Zuckerstücke geworfen wurden, in die Familie.
Ab 1857 (ab 1865 in städtischer Regie) wurden dort in einer Lachsaufzuchtanstalt, die mit Quellwasser gespeist wurde, Lachse gezüchtet, 165000 Lachse wurden im Jahr in der Weser ausgesetzt. Heute gibt es an gleicher Stelle eine Fischzucht für Forellen, bei der man Samstags vormittags frische geräucherte Forellen kaufen kann.
Im 20.Jahrhundert wurde der Schießstand mehrmals erneuert und umgebaut:
Im Jahre 1925 wurde der neue Stand mit einen Schützenschießen, von der Schützengilde und des Deutschen Schützenvereins neu gegründeten "Schießgemeinschaft Schliekersbrunnen" eingeweiht.
1939 wird der renovierte Schießstand durch die Stadt an die NSDAP-Kreisleitung übergeben.
Die "Schießgemeinschaft Schliekersbrunnen" baut 1953 den Schießstand erneut um.
Im Jahre 1957 eröffnet die "Schießgemeinschaft Schliekersbrunnen" neben ihren Schießstand eine neue Gaststätte. Diese wurde im Jahre 2000 das letzte mal renoviert.
Im Jahre 2001 wurde der Brunnen, nach 1931 und 1953, zum dritten mal restauriert.
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